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Liebe LeserInnen,

Wir freuen uns sehr, Ihnen die November-Ausgabe unseres Newsletters vorzustellen, in der Sie unter anderem neues Material für Ihre Bildungspraxis und Leseempfehlungen mit Bezügen zu hochaktuellen politischen Debatten erwarten.

Zum Auftakt stellen wir das neue offen verfügbare Lehrkonzept „Atlas of AI“ von Sigrid Hartong vor, das Studierende dazu anregt, sich mit den sozialen, politischen, ökonomischen und ökologischen Hintergründen von Künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen. Außerdem freuen wir uns, die als Futuring Studio konzipierte European Conference on Critical Edtech Studies (ECCES) 2026 anzukündigen, und auf den Call for Contributions hinzuweisen.

Höchst empfehlenswert erscheint uns auch eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag von People vs. Big Tech, die sichtbar macht, dass in europäischen Gesellschaften der Rückhalt für ein entschlossenes Vorgehen der EU gegenüber großen Technologiekonzernen wächst. Außerdem möchten wir Ihnen einen Artikel von netzpolitik.org ans Herz legen, der die Diskussion um die geplante Bildungs-ID der Bundesregierung nachzeichnet, das Vorhaben kritisch bespricht und dabei insbesondere die Warnungen von DatenschützerInnen, WissenschaftlerInnen und GewerkschafterInnen beleuchtet.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback sowie über Anregungen.

Herzliche Grüße,

Ihr UBTB-Team

Aktuelles bei UBTB

Neues Lehrkonzept: Atlas of AI - Einblicke in die soziotechnischen Hintergründe künstlicher Intelligenz

In unserer Rubrik Lehrkonzepte finden Sie ab sofort ein weiteres unter CC-Lizenz verfügbares Seminarkonzept. Das Seminar "Atlas of AI - Einblicke in die soziotechnischen Hintergründe künstlicher Intelligenz" kann mit BA- oder MA-Studierenden durchgeführt werden und beinhaltet die Auseinandersetzung mit Themen wie Energiebedarf und seltene Erden bei der KI-Produktion, Crowdwork/KI-Training, Modellierung und Ungleichheit, politische Nutzung von KI sowie Datenkapitalismus. Die Studierenden erarbeiten für diese Themen im Rahmen des Seminars OERs, welche am Ende in Form einer Ausstellung gezeigt und diskutiert werden. Die Lehrkonzepte sind so aufbereitet, dass Sie diese 1:1 übernehmen oder nach eigenen Bedürfnissen anpassen können. Wir hoffen entsprechend, damit eine niedrigschwellige Möglichkeit zu schaffen, die größeren Zusammenhänge von KI auch in Ihre Lehrveranstaltungen einzubringen.

European Conference on Critical Edtech Studies (ECCES) –2026 Futuring Studio

Mit großer Vorfreude kündigen wir die ECCES 2026 an, die dieses Mal als "Futuring Studio" konzipiert ist und unter dem Motto "Shaping (Better) Educational and Societal Futures through and with Critical Edtech Research" steht. Geplanter Termin der Veranstaltung ist 16.09.2026-18.09.2026 an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg (Datum wird noch final bestätigt). Die Veranstaltung wird von UBTB-Mitglied Sigrid Hartong in Kollaboration mit Mathias Decuypere (PHZH Zürich), Ben Williamson (Universität Edinburgh) und Jeremy Knox (Universität Oxford) organisiert. Bis zum 15. Februar (20:00 Uhr CET) können Ideen für Panels, Workshops etc. eingereicht werden. Details finden Sie im Call for Contributions.

Ressourcen & Empfehlungen

Umfrage zu Einstellungen zu Big Tech 

In der Bevölkerung verschiedener EU-Staaten wächst der Rückhalt für ein entschlossenes Vorgehen der EU gegenüber Big Tech. Das zeigt eine Studie, die „People vs. Big Tech“, bei denen UNBLACK THE BOX Mitglied ist, bei YouGov in Auftrag gegeben hat. Die Erhebung bildet die Einstellungen der Bevölkerung in Frankreich, Spanien und Deutschland gegenüber Big Tech ab.

Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass eine klare Mehrheit der Befragten strengere Maßnahmen der EU gegenüber Tech-Konzernen unterstützt. Das gilt selbst dann, wenn dies die Beziehungen zu Donald Trump beschädigen sollte. Rund zwei Drittel der Befragten sprechen sich dafür aus, dass Europa seine Gesetze weiterhin strikt gegenüber Big Tech durchsetzen sollte. Die Idee einer Aufspaltung von Big-Tech-Unternehmen durch die EU bekommt viel Zustimmung: Die BefürworterInnen dieser Maßnahme sind doppelt so zahlreich wie die GegnerInnen. Außerdem ist etwa die Hälfte der Befragten der Ansicht, Big Tech sei mächtiger als die EU.

Zu den Umfrageergebnissen

Artikel von netzpolitik.org über die geplante Bildungs-ID

Auf netzpolitik.org ist ein Artikel von Esther Menhard erschienen, welcher die politische Debatte rund um die Einführung einer Bildungs-ID nachzeichnet und kritische Stimmen von DatenschützerInnen, WissenschaftlerInnen und GewerkschafterInnen zu Wort kommen lässt.

Mit der Schüler-ID sollen Daten von den Lern- und Bildungswegen der SchülerInnen zentral erfasst werden. Begründet wird die geplante Einführung damit, dass sie Abbrecherquoten verringern, Leistungen von SchülerInnen verbessern und einen Schulwechsel erleichtern könne. In Menhards Artikel wird aber auch deutlich, dass der Nutzen der Schüler-ID von WissenschaftlerInnen infrage gestellt wird. Zum einen liegen entsprechende Daten beispielsweise in Form von Schulleistungstests schon vor, werden aber kaum ausgewertet. Zum anderen würden mehr Daten nicht automatisch zu mehr Bildungsgerechtigkeit führen. Stattdessen ist die Sorge um die Privatsphäre von SchülerInnen groß. So könnten Persönlichkeitsprofile angelegt werden und die Gefahr von Stigmatisierung und Diskriminierung könnte steigen.

Mehr Hintergründe zur Bildungs-ID finden Sie in dem Artikel. 

Zum Artikel

UNBLACK THE BOX ist eine im Jahr 2019 gegründete Netzwerkinitiative zum Thema Critical Data Literacy. Unser Impressum und unsere Datenschutzerklärung finden sich auf unserer Website.
Wir freuen uns über Anregungen, Hinweise oder Feedback zum Newsletter an info@unblackthebox.org.

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